Was sind die Unterschiede zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege?

 

Medizinische Fußpflege

Es umfasst die präventive, therapeutische und rehabilitative Behandlung am gesunden, von Schädigungen bedrohten oder bereits geschädigten Fuß.

Das Behandlungsspektrum umfasst zusätzlich zu der kosmetischen Fußpflege:

- Die fachgerechte diabetische Fußbehandlung

- Behandlungen von Mykosen (Pilz)

- Schrunden (Verhornungen)

- Hühneraugen und Warzen

- Spangentechnik

- Orthesentechnik

- Physikalische Unterstützung zur Wundbehandlung (auf ärztl. Anordnung)

- Nageprothetik

- Allgemeine und individuelle Beratung (z.B. Prophylaxen, Schuhberatung)

Der Beruf des Podologen gehört damit zu den Gesundheitsfachberufen.

Ein Podologe ist in der Lage, Risikopatienten wie Diabetiker entsprechend ärztlicher Verordnung fachgerecht zu behandeln. Nur Podologen erhalten eine Zulassung als Leistungserbringer gem. § 124 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V), nur sie können also mit den Krankenkassen abrechnen.

Hinweis:

Das Führen der Berufsbezeichnung „Podologe*In“ oder „Medizinische*r Fußpfleger*In“ bedarf einer entsprechenden Erlaubnis, die Berufsbezeichnungen sind nach § 1 Abs. 1 PodG somit geschützt. Es gilt also nur für die Führung der genannten Berufsbezeichnungen.

Zur Frage, ob es den Nicht-Podologen gestattet ist, mit dem Begriff 'med. Fußpflege' zu werben, werden kontroverse Meinungen (auch richterliche Entscheidungen) vertreten. So hat der BGH entschieden: „Die Tätigkeit einer „medizinischen Fußpflege“ ist erlaubnisfrei und darf auch so beworben werden“ (vgl. BGH-Urteil vom 24. September 2013 – Az. I ZR 219/12). Die Beurteilung bleibt dadurch für den Laien schwierig und es ist nicht direkt erkennbar, ob sich aus der werblichen Angabe ein Rückschluss auf die Berufsqualifikation ergibt.

 

Kosmetische Fußpflege

Die kosmetische Fußpflege (Pediküre) ist die Ausübung der pflegerischen und dekorativen Maßnahmen am gesunden Fuß. Sie umfasst Teile des Berufes des Kosmetikers und ist daher eine handwerksähnliche Tätigkeit.

Pflegerisches Aufgabengebiet:

- Fachgerechtes Schneiden der Fußnägel,

- Reinigung der Nagelfalze,

- Nagelplatten glätten und begradigen,

- Abtragen von Nagelverdickungen,

- Entfernung von Hautverdickungen (Hornhaut).

Nicht jede Fußpflege ist als Ausübung von Heilkunde anzusehen. So sind z.B. Behandlungen davon ausgenommen, die sich auf „bagatellartige Heilmaßnahmen“ beziehen, z.B. die Behandlung von Hühneraugen (allerdings nicht bei Risikopatienten!). Eine Behandlung von Nagelpilz und eingewachsenen Nägeln ist jedoch keine „bagatellartige Heilmaßnahme“, bedarf also in die Behandlung durch den Podologen.